Die Dreharbeiten von "Der Geschmack von Apfelkernen"

  • 9-1-2012

2008 machte ein Buch von sich reden, das sich wohltuend von der gängigen Bestsellerliteratur abhebt. „Der Geschmack von Apfelkernen“ ist das Erstlingswerk der Hamburger Schriftstellerin Katharina Hagena. Sie beschreibt in fast altmodisch anmutendem Stil die Geschichte einer Familie. Der Roman hätte leicht ins Kitschige abgleiten können, doch schildert Hagena so anschaulich, dass sich beim Lesen der Duft von Äpfeln, alten Häusern und wilden Gärten in die Nase schleicht. Kaum jemand, der sich diesem nostalgischen Charme entziehen kann, und so wurde der Roman bereits mehr als eine Million Mal verkauft.

Die Geschichte beginnt, als die demente Oma Bertha nach langem Aufenthalt im Altersheim stirbt. Im norddeutschen Ort „Bootshaven“ treffen sich die Hinterbliebenen, neben den Töchtern auch die einzige noch lebende Enkeltochter Iris. Zu ihrer Überraschung erfährt die junge Bibliothekarin aus Freiburg, dass die Großmutter ihr das alte Haus vermacht hat, an dem so viele Erinnerungen hängen. Iris beschließt, einige Tage zu bleiben, und beginnt, das Haus neu zu entdecken. Viele seltsame Dinge passierten hier. Eine der Tanten starb jung an einer Lungenentzündung. Bei ihrem letzten Atemzug waren alle roten Johannisbeeren im Garten weiß geworden. Der Unfalltod der Cousine, mit der sie immer die Zeit verbracht hatte, war ebenso unerklärlich. Iris begibt sich auf die Suche nach den Geheimnissen der Familie. 
Die deutsche Regisseurin Vivian Naefe hat sich jetzt an die Verfilmung des Buches gewagt. Und ein Wagnis ist es allemal, ein solches Buch mit vielen verwickelten Handlungsabläufen und ständigen Sprüngen von der Gegenwart in die Vergangenheit so zu verfilmen, dass sein Reiz nicht verloren geht. Wie Naefe verlauten ließ, hat sie, anders als im Roman, in den Vordergrund ihres Films die Liebesgeschichte von Iris und Max gestellt. In Rückblenden und Einblendungen wird die Geschichte der Familie erzählt. Ob dieses Konzept letztlich aufgehen wird, werden die Kinozuschauer entscheiden müssen. Für das Drehbuch zeichnen die Produzentin Uschi Reich und Rochus Hahn verantwortlich.
An den beteiligten Schauspielern dürfte der Film nicht scheitern. Alles, was Deutschland an guten, jungen Schauspielerinnen zu bieten hat, ist hier vertreten. Hannah Herzsprung wird in der Rolle der Iris zu sehen sein. Meret Becker spielt Harriet, Marie Bäumer die Inga und Paula Beer ist Rosmarie. Daneben geraten die männlichen Darsteller fast ein wenig in den Hintergrund bis auf Matthias Habich, der für seine sorgfältige Rollenauswahl bekannt ist, und der als Herr Lexow zu sehen sein wird. Daneben wirken Florian Stetter als Max und Friedrich Mücke als Peter Klaasen mit.
Die Dreharbeiten finden seit dem 8. Mai auf dem Gut Stendorf mitten in der Holsteinischen Schweiz statt. Die alten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, die im realen Leben zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehören, bieten die ideale Kulisse für das Haus, das auch irgendwie eine Hauptrolle in Buch und Film spielt. Der Ort „Bootshaven“, der eine Erfindung der Autorin ist, besteht aus mehreren Nachbargemeinden.
Die Dreharbeiten sollen noch bis Ende Juni in Schleswig-Holstein und danach in Hamburg, Frankfurt und Marburg fortgesetzt werden. Der Kinostart ist für 2013 vorgesehen.


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