Und dann der Regen

Regie: Icíar Bollaín
Schauspieler: Luis Tosar, Gael García Bernal, Carlos Aduviri
Genre: Drama
Länge: 102 min.
Land: Spanien, Frankreich, Mexiko 2010
Starttermin Deutschland: 29.12.2011
FSK: ab 12 Jahre
Filmverleih: Piffl
Originaltitel: Tambien la lluvia

 

In "Und dann der Regen" geht es um den Filmregisseur Sebastián, der einen Film über den wahren Christoph Kolumbus (dessen Name eigentlich Cristóbal Colón ist) drehen will. Er möchte die Lebensumstände des berühmten Seefahrers und Entdeckers filmisch darstellen, da Christoph KolumbusBernal Portraet seiner Meinung nach nicht aus Abenteuerlust, göttlicher Mission und Entdeckergeist gehandelt hat. Kolumbus soll vor allem finanzielle und materielle Ziele mit seinen Reisen verfolgt haben. Außerdem möchte Sebastián die wahre Geschichte der eigentlichen Eroberung Südamerikas verfilmen - die Ausbeutung der Indigenas und die brutale Gewalt, mit der die spanischen Eroberer die Einheimischen und ihre Kultur sowie ihre Sprache verdrängt haben.

Sebastián (gespielt von Gael García Bernal) und sein bester Freund und Produzent Costa (Luis Tosar) wählen Bolivien als den Drehort für ihren Film. Die Wahl fiel auf dieses ärmste Land Südamerikas, weil dort auch die Produktionskosten des Films am niedrigsten sind. Doch beide Männer haben nicht damit gerechnet, dass sie in solch einem Land auch mit den Problemen des Landes und der Bevölkerung konfrontiert werden. Sie geraten in Bolivien in einen Konflikt, der heute als “Wasserkrieg” bezeichnet wird. Die Wasserversorgung des Landes soll privatisiert werden, was natürlich das Trinkwasser für alle deutlich verteuern würde. Und die Bevölkerung protestiert und leistet Widerstand gegen diese Privatisierung. Das verzögert die Dreharbeiten, doch das Filmteam will an Drehort und Zeitplan festhalten, gerät dabei aber immer mehr selbst in den "Wasserkrieg". 

Den hier thematisierten Wasserkrieg gab es tatsächlich. Er begann zur Jahrtausendwende im Frühjahr 2000 in der Stadt Cochabamba. Auslöser war die durch den Internationalen Währungsfonds erzwungene Privatisierung der Wasserversorgung. Das dann zuständige Unternehmen verdreifachte die Preise innerhalb kürzester Zeit, was zu heftigen Protesten und Generalstreiks führte. Im April 2000 wurde sogar das Kriegsrecht in Cochabamba verhängt, das allerdings Ende des Monats wieder aufgehoben wurde. Erst im Jahr 2010 hat Bolivien ein Grundrecht auf Wasser durchsetzen können, nachdem eine deutliche Mehrheit der Vereinten Nationen die Versorgung mit Trinkwasser als ein grundsätzliches Menschenrecht anerkannt hat.

Regisseur Iciar Bollaín hat mit "Und dann der Regen" einen fesselnden und bewegenden Film geschaffen, der durch eine dramatische, reale Thematik und den hervorragenden schauspielerischen Leistungen der Darsteller beeindruckt. Gael García Bernal beweist sein Talent und überzeugt als Sebastián, doch auch Leistungen der Schauspieler Luis Tosar und Juan Carlos Aduviri als indigener Anführer sind hervorragend. Da der Film "Und dann der Regen" tatsächlich in Bolivien vor der traumhaften Kulisse der Anden gedreht wurde, wirken Handlung und Darsteller authentisch und real.


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