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Kino News
Tom Sawyer
- 11-5-2011
- kategorisiert in: 2011, Abenteuer, Europäischer Film, Jetzt im Kino, Kinderfilm
Regie: Hermine Huntgeburth
Schauspieler: Louis Hofmann, Leon Seidel, Heike Makatsch, Benno Fürmann
Genre: Kinderfilm/Abenteuer
Länge: 109 min.
Land: Deutschland 2011
Starttermin Deutschland: 17.11.2011
FSK: ab 6 Jahre
Wenige Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur wurden so häufig verfilmt wie Mark Twains „Die Abenteuer des Tom Sawyer“. Der Film „Tom Sawyer“ der deutschen Regisseurin Hermine Huntgeburt wird ab dem 17. November 2011 in den deutschen Kinos zu sehen sein.
Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert im kleinen Städtchen St. Petersburg am Missouri. Hier lebt der Waisenjunge Tom Sawyer mit seinem Halbbruder Sid bei seiner Tante Polly. Sein bester Freund ist der verwahrloste Huckleberry Finn, der Sohn eines Landstreichers, der meist allein in einer Tonne wohnt. Die beiden Jungen sorgen für eine Menge Aufregung in dem kleinen Städtchen, sind sie doch voller Abenteuerlust und ständig zu Streichen aufgelegt. Eines Nachts werden sie Zeuge, wie das Halbblut Indianer Joe auf dem Friedhof den Doktor des Ortes ersticht. Allerdings lenkt Indianer Joe den Verdacht auf den alten, ständig betrunkenen Sargtischler Muff Potter, der daraufhin in das Gefängnis gesteckt wird und hingerichtet werden soll. Aus Angst vor der Rache des als böse bekannten Halbbluts trauen sich Tom und Huck zunächst nicht zu erzählen, wer der wahre Mörder ist. Doch natürlich wird zum Ende alles gut – nur nicht für Indianer Joe.
Hermine Huntgeburt hält sich bei ihrer Verfilmung – anders als bei der „Effi Briest“-Verfilmung – ziemlich genau an die Buchvorlage. Natürlich fehlt auch die berühmte „Gartenzaun-Episode“ nicht. Einzig eine Szene, in der Indianer Joe zum Abendessen bei Tante Polly eingeladen ist, wurde hinzugefügt. Das Städtchen St. Petersburg wurde sehr detailgetreu in Rumänien an dem Ort aufgebaut, der bereits als Kulisse für den Edel-Western „Cold Mountain“ diente. Der Zuschauer fühlt sich völlig in die Welt des 19. Jahrhunderts in Amerika zurückversetzt. Die Regisseurin verzichtet dabei auch auf eine Anpassung an die Moderne: Sie lässt ihre Darsteller rauchen, der Lehrer verprügelt seine Schüler, Farbige werden „Nigger“ genannt. Der Authentizität des Films tut dieser Verzicht auf „Political Correctness“ nur gut.
Als Darsteller wurden einige der derzeit besten deutschen Schauspieler verpflichtet. Die beiden Jungen, Louis Hofmann als Tom und Leon Seidel als Huck, spielen ihre Rollen so überzeugend und liebenswert, dass der Zuschauer nicht anders kann, als die beiden ins Herz zu schließen. Die Glanzrolle des Films ist jedoch Benno Fürmann, der in seiner Verkleidung als Indianer Joe kaum zu erkennen ist. Er stellt einen herrlich bösen, aber auch zerrissenen Unhold dar, der an der Verachtung seiner Umwelt für „Halbblut“-Menschen leidet. Nicht ganz so überzeugend ist Heike Makatsch als Tante Polly, die trotz ihrer Aufmachung einfach zu jung und forsch wirkt. In weiteren Rollen sind Joachim Król als Muff Potter und Peter Lohmeyer als Richter Thatcher zu sehen.
„Tom Sawyer“ ist ein sehr charmanter, stimmiger Film ab sechs Jahren, an dem Kinder und Erwachsene ihre Freude haben werden. Für sehr junge Kinder sind jedoch einige Stellen wie beispielsweise die Albträume von Tom nach dem Besuch von Indianer Joe etwas zu gruselig geraten. Sie sollten den Film deshalb besser in Begleitung ihrer Eltern erleben.

