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Kino News
The Ides of March - Tage des Verrats
- 12-22-2011
- kategorisiert in: 2011, Amerikanischer Film, Drama, Jetzt im Kino, Thriller

Regie: George Clooney
Schauspieler: Ryan Gosling, George Clooney, Evan Rachel Wood
Genre: Polit-Thriller, Drama
Länge: 101 min.
Land: USA 2011
Starttermin Deutschland: 22.12.2011
FSK: ab 12 Jahre
Filmverleih: Tobis
Originaltitel: The Ides of March
Hollywoodstar George Clooney legt mit „The Ides of March – Tage des Verrats” seine vierte Regiearbeit vor. Der Polit-Thriller, bei dem der Star selbst eine Hauptrolle spielt, kommt am 22.12.2011 in die deutschen Kinos.
Mike Morris, dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten, werden große Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Ihm zur Seite steht der junge Politikberater Stephen Meyers, der die Wahlkampfoffensive mit provokativen und brillanten Ideen leitet. Meyers, obwohl ein erfolgsverwöhnter und eitler Karrieretyp, ist moralisch integer, er kämpft für eine Sache, an die er glaubt. Bei den wichtigsten Vorwahlen in Ohio überschlagen sich die Ereignisse. Tom Duffy, Kampagnenchef der Republikaner, erkennt Meyers Schwachstellen und versucht ihn abzuwerben. Dann erfährt der junge Wahlkampfleiter durch die Praktikantin Molly, mit der er ein Verhältnis hat, von einem privaten Skandal, in den sein Chef verwickelt ist. Zum Schutze der Kampagne sieht sich Meyers vor Entscheidungen gestellt, die ihn zwingen, zwischen seiner Karriere und seinen Idealen zu wählen. Aus dem anfangs charmanten idealistischen Wahlkämpfer wird ein knallharter Medienprofi, der für die Erreichung seiner Ziele auch vor Erpressung oder Verrat nicht zurückschreckt.
Schon seit Julius Cäsar sind die „Iden des März“ ein Vorbote für kommendes Unheil. Wesentlich geändert zu früher hat sich lediglich die Wahl der Waffen, es wird weniger zum Dolch als eher zu Intrigen, Machtspielen und Medien gegriffen. Mit welchen Waffen ein solcher Machtkampf heutzutage geführt wird, zeigt George Clooney in seinem neuen Film auf erschreckende Weise. Der fiktive Film basiert auf einem Drehbuch, das Clooney in Zusammenarbeit mit Drehbuchautor Grant Heslov schrieb und das auf dem Theaterstück Farragut North von Beau Willimon basiert. Ursprünglich hatte er geplant, seinen Film bereits 2007 zu drehen, jedoch fiel dieser Zeitpunkt mit der Wahl Barack Obamas zum amerikanischen Präsidenten zusammen. Die Euphorie jener Tage ließ einen zynischen Wahlkampfthriller als unpassend erscheinen. Ein Jahr später nahm er die Planung zu seinem Film wieder auf. Herausgekommen ist ein brillanter Polit-Thriller, der einen erschreckenden Blick hinter die Kulissen des amerikanischen Politzirkus wirft. Dabei verzichtet er weitgehend auf gängige Klischees. Lediglich die Affäre mit der Praktikantin hätte weniger ausgewalzt werden sollen, spätestens seit Präsident Bill Clinton ist dieses Thema mehr als hinreichend behandelt worden.
Erste Garde ist die Besetzungsliste. Gewohnt überzeugend wirkt Regisseur Clooney selbst als Präsidentschaftskandidat Mike Morris. Auch die Nebenrollen sind mit Schauspielern wie Philip Seymour Hoffman (Paul Zara), Paul Giamatti (Tom Duffy) und Marisa Tomei (Ida Horowicz) hervorragend besetzt. Evan Rachel Wood als Molly Stearns legt eine recht respektable Leistung hin. Überstrahlt werden sie jedoch durch den jungen Schauspieler Ryan Gosling, der die Wandlung vom Idealisten zum rücksichtslosen Medienprofi sehr glaubhaft darstellt, und erneut unter Beweis stellt, dass er nicht nur ein gut aussehender Mann mit Sixpack ist.
„The Ides of March – Tage des Verrats” ist ein spannender Film für politisch interessierte Kinobesucher, der weniger auf Action setzt sondern mehr die einzelnen Aspekte des amerikanischen Wahlkampfs und ihre – vor allem für europäische Augen – Absurdität beleuchtet.

