Offroad- Pack das Leben bei den Hörnern

Regie: Elmar Fischer
Schauspieler: Nora Tschirner, Elyas M´Barek, Max von Pufendorf
Genre: Komödie, Romantik
Länge: 98 min.
Land: Deutschland 2011
Starttermin: 12.01.2012
FSK: ab 12 Jahre
Filmverleih: Paramount

"Pack das Leben bei den Hörnern", so lautet der Untertitel der deutschen Antwort auf die beliebten US-amerikanischen Roadtrip-Movies. Die Rezeptur für derartige Filme ist schnell genannt: Man nehme zwei bis drei chaotische Charaktere, pferche sie in einem Auto zusammen, lasse sie durchs ganze Land fahren und dabei jede Menge Turbulenzen und Abenteuer erleben. Ebenso vorhersehbar wie durchkomponiert zielen Roadtrip-Filme auf stets ähnliche Pointen und Gags ab, versprechen aber gerade wegen ihrer Zuverlässigkeit einen sicheren Erfolg beim Kinopublikum.

Wer nun meinen möchte, der deutsche Film habe sich am großen Bruder Hollywood orientiert, um den US-Lifestyle zu kopieren und sich dadurch gute Verkaufszahlen zu sichern, täuscht sich. Fernab jeglicher Imitation karikiert "Offroad", die dritte Regiearbeit von Elmar Fischer, eher nationale als internationale Klischees.
Gerade der Lebenslauf der Protagonistin Meike (verkörpert von Vorzeigemimin Nora Tschirner) scheint einem deutschen Bilderbuch entsprungen zu sein: erfolgreich abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaftslehre, solide Anstellung im elterlichen Betrieb und Beziehung mit einem Juristen, die demnächst durch den Trauschein besiegelt werden soll. Durchgeplant, zielstrebig und zufrieden sieht Meike ihrer Zukunft entgegen und erlaubt sich keine spontanen Entgleisungen in ihrer Vorstadtidylle. 
Von ihrem Plan weicht sie nur einen Schritt weit ab, als sie auf einer Auktion einen wuchtigen Geländewagen ersteht, der so gar nicht ihrem Lebensentwurf zu entsprechen scheint und auch in ihremoffroad-szenenbild Umfeld wenig Begeisterung hervorruft. Nur leider bleibt es damit nicht bei der minimalen Portion Wahnsinn, die sie sich als Luxus in ihrem perfekt geplanten Dasein erlaubt hat: Der perfekte Ehemann entpuppt sich als perfekter Schweinehund, der sich nicht nur mit seinen Paragraphen, sondern auch mit ihrer besten Freundin beschäftigt.
Enttäuscht versucht Meike ihren zerplatzten Träumen zu entkommen, indem sie ihre Planung über Bord wirft: In ihrem Geländewagen findet sie 50 Kilogramm Kokain und beschließt kurzerhand, sich durch den Verkauf von Drogen während einer Fahrt ins Nirgendwo über Wasser zu halten und in ihrem neuen Leben Spontaneität regieren zu lassen. Die kostbare Fracht ist jedoch nicht zufällig dort deponiert und weckt auch das Interesse zwielichtiger Gestalten, die sich bald an Meikes Fersen haften.


Oftmals kritisiert, oftmals zu wenig beachtet, bringt der deutsche Film seine ganz eigenen Streifen hervor. Teilweise sind darunter wahre Blüten cineastischer Kunst zu finden, oftmals wird aber auch der Eindruck erzeugt, man habe nur welkende Pflanzen vor sich. Trotz Nora Tschirner, seit "Keinohrhasen" wohl eine von Deutschlands beliebtesten Schauspielerinnen, wirkt ein Roadmovie hierzulande seltsam deplatziert und konstruiert. Wer sich dennoch ein Bild davon machen möchte, kann ab 12. Januar im Kino sehen, wie Meike Pelzer das Leben bei den Hörnern packen will.


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