Miss Bala

Regie: Gerardo Naranjo
Schauspieler: Stephanie Sigman, Noé Hernández, James Russo
Genre: Drama
Länge: 114 Min.
Land: Mexiko 2011
Starttermin Deutschland: 18.10.2012
FSK: ab 16 Jahren
Filmverleih: Fox
Originaltitel: Miss Bala

Sie träumt den Traum von Millionen junger Mädchen und Frauen auf der Welt: Einmal im Leben will Laura Guerrero Schönheitskönigin ihres Staates werden. Als "Miss Baja" könnte die Pädagogikstudentin ihremMiss Bala - Szene2 Bruder dann auch den Collegeabschluss bezahlen.

Was sich so unkompliziert und normal anhört, hat nur einen Haken. Die Geschichte spielt in Mexiko, wo Bandenkriege an der Tagesordnung sind, die Gewalt das Sagen hat und die Mafia mit Geldwäsche und Drogengeschäften den Alltag bestimmt. "Wir haben uns daran gewöhnt, als wäre es normal, aber das ist es nicht", sagte Regisseur Gerardo Naranjo sinngemäß in einem Interview.
Sein Thriller "Miss Bala" ist hart und realistisch, ebenso geschickt inszeniert, messerscharf auf der Kante zwischen Spannung, Resignation und scheinbar übertriebener Schicksalslinie. Das real Leben in Mexiko ist jedoch tatsächlich nicht einfach und Schüsse in der Disco durchaus normal. Unschuldige Bürger geraten gelegentlich in Bandenkriege und an die falschen Leute. Und zwar beispielsweise nicht nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort sind, sondern weil sie schlichtweg verständliche, aber eventuell unverzeihliche und daher tödliche Fehler machen.
Laura ist erst 23 Jahre alt - nicht nur junge Menschen machen Fehler. Doch werden die einen vielleichtMiss Bala- Szene 2 erschossen, wenn sie zur Polizei gehen, andere wie Laura dagegen für Mafiazwecke missbraucht und unter Druck gesetzt. Die Verzweiflung des Mädchens, das doch eigentlich nur Schönheitskönigin "Miss Baja" werden wollte und nun als "Miss Bala" (Gewehrkugel) weiter um ihr Überleben kämpft, wird schnörkellos und erfrischend von der blutjungen, bisher unbekannten Stephanie Sigman gespielt. Gekonnt arbeitet sie das heraus, was sie selbst an diesem Charakter so bemerkenswert findet: Laura erweist sich gleichermaßen zerbrechlich wie ausgesprochen stark.
Der sehenswerte Film wurde gleich auf vier Filmfestspielen in die offizielle Auswahl aufgenommen: Vor London, New York und Toronto feierte er in Cannes seine bejubelte Premiere. Ab 18. Oktober 2012 ist der Streifen nun endlich in Deutschland zu sehen. Naranjo stellt den täglichen Kampf dar, indem er nicht beziehungsweise wenig zeigt. Nach eigener Aussage will er suggerieren, nicht erklären. Das braucht er auch nicht - Gewalt löst sich nicht mit Erklärungsversuchen. Dagegen gelingt ihm das filmische Meisterwerk, Schönheit, Brutalität und Hoffnung in Mexiko verschwimmend eng zusammenzubringen.
Grundlage des Films ist das Leben der jungen Laura Zuniga, die als mexikanische Schönheitskönigin "Miss Narco" bereits auf dem Weg zu weltweiten Ausscheidungen und neuem Ruhm war. 2008 vertrat sie als Dreiundzwanzigjährige zunächst den mexikanischen Bundesstaat Sinaloa, wurde aber dann von der Polizei wegen des Verdachts auf Drogenhandel festgenommen.


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