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Kino News
Die Eiserne Lady
- 2-21-2012
- kategorisiert in: 2011, Drama, Europäischer Film, Jetzt im Kino

Regie: Phyllida Lloyd
Schauspieler: Meryl Streep, Jim Broadbent, Alexandra Roach, Harry Lloyd
Genre: Drama
Länge: 105 min.
Land: Großbritannien 2011
Starttermin Deutschland: 01.03.2012
FSK: ab 6 Jahre
Filmverleih: Concorde
Originaltitel: The Iron Lady
Als „Die Eiserne Lady“ erwarb sich die britische Krämerstochter Margaret Thatcher ihren Ruf als unbeugsame Politikerin, die ihre Ziele stets durchzusetzen trachtete. Das Leben der einst geachteten und gefürchteten englischen Premierministerin wird jetzt in einem Film der englischen Regisseurin Phyllida Lloyd auf die Leinwand gebracht.
Margaret Thatcher wächst als Tochter eines Kolonialwarenhändlers und Laienpredigers in einfachen Verhältnissen auf, in die Wiege ist ihr eine Laufbahn als Politikerin nicht gelegt worden. In harter Arbeit gelingt es der zielstrebigen jungen Frau, in eine bis dahin absolute Männerdomäne einzudringen – sie schafft es bis zur britischen Premierministerin. Unterstützt wird sie dabei durch ihren Ehemann Denis
Thatcher, dem sie ihr Leben lang bis zu seinem Tod liebevoll verbunden bleibt. Der Film erzählt den Werdegang der inzwischen 85 Jahre alten, dementen Frau, die bei der Sortierung der Sachen ihres verstorbenen Mannes in Rückblenden an Episoden ihres wechselvollen Lebens erinnert wird.
Bereits im Vorfeld löste die Absicht, einen Film aus der Sicht eines noch lebenden, kranken Menschen zu erzählen, in England eine große Diskussion aus. Viele Anhänger der großen Dame der Politik befürchteten eine Verteufelung ihres Idols. Diese Befürchtung bestätigt sich nicht. Der Regisseurin ist es gelungen, das Leben der Margaret Thatcher und ihres Ehemannes in Bildern zu erzählen, die die umstrittene Politikerin in einem positiveren Bild zeigen, als es selbst ihre Befürworter für möglich gehalten hätten. Phyllida Lloyd lässt zwar keinen Zweifel daran, dass sie die Politik der „Eisernen Lady“ nicht schätzt, aber sie stellt vor allem die Person Thatcher in den Vordergrund ihres Films. So ist der Film nicht als dokumentarische Biografie angelegt, die politischen Entscheidungen und Machtkämpfe stehen eher im Hintergrund des Geschehens. Die Regisseurin erlaubt sich vielmehr künstlerische Freiheiten, die ihr ermöglichen, ein persönliches Bild einer unbeugsamen Frau in einer Männerwelt zu zeigen.
Bei der Wahl ihrer Hauptdarstellerin setzte Lloyd auf Altbewährtes. Bereits in „Mamma Mia!“ hatte sie mit Hollywood-Ikone Meryl Streep zusammengearbeitet. Streep zeigt auch in diesem Film die ganze Bandbreite ihres Könnens. Sie versetzt sich in die Person der Protagonistin mit einer Eindringlichkeit, die sie gleichsam zu Margaret Thatcher selbst werden lässt. Jede Geste, jeder Blick sitzt und gleicht dem Original. Unterstützt wird Meryl Streep durch Jim Broadbent als Denis Thatcher, der seine Rolle ebenfalls überzeugend darzustellen weiß. In weiteren Rollen sind Alexandra Roach als junge Margaret und Susan Brown zu sehen.
Trotz der Mängel in der Handlung lohnt sich der Film schon allein wegen der überragenden schauspielerischen Leistung von Meryl Streep, die für ihre Rolle zu Recht für einen Oscar nominiert wurde. „Die eiserne Lady“ läuft am 1. März in den deutschen Kinos an.

