Bruno Ganz

Lebenswerk

Bruno Ganz wurde am 22. März 1941 als Sohn eines Fabrikarbeiters in Zürich geboren. Aufgrund seines Berufswunsches ging er vor der Matura von der Schule ab, um die Hochschule für Musik und Theater Zürich zu besuchen. Seine erste Filmrolle übernahm er mit 19 Jahren in „Der Herr mit der schwarzen Melone“ (1960). Gustav Knuth, einer der Hauptdarsteller, erkannte schon damals das Talent des jungen Schauspielers. Neben seiner Ausbildung war er zeitweise am Zürcher Bühnenstudio beschäftigte, ließ sich an der Schweizer Rekrutenschule zum Sanitäter ausbilden und jobbte als Buchverkäufer.

1962 übersiedelte Ganz nach Deutschland , wo er anfangs am Jungen Theater Göttingen spielte. Nach zwei Jahren wechselte er ans Theater am Goetzeplatz in Bremen. In den Jahren 1964 bis 1969 machte er Bekanntschaft mit einigen bedeutenden Regisseuren wie Kurt Hübner, Peter Zadek und Peter Stein. Mit ihnen verwirklichte er in dieser Zeit und auch später zahllose Theaterprojekte. Zudem übernahm er ab Mitte der 1960er Jahre Rollen im jungen deutschen Film.

Nachdem Ganz für kurze Zeit am Zürcher Schauspielhaus beschäftigt war, arbeitete er ab 1970 für die Berliner Schaubühne. Für seine Darstellung in Thomas Bernhards „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ bei den Salzburger Festspielen wurde er 1972 zum Schauspieler des Jahres ernannt. Durch sein Mitwirken in Filmen wie „Der amerikanische Freund“ (1977) und „Der Himmel über Berlin“ (1987) konnte Ganz sich ab Mitte der 1970er breiter Bekanntheit erfreuen.

Mit dem Tod des Burg-Schauspielers Josef Meinrad wurde Ganz 1996 der Iffland-Ring übergeben. Seit über 100 Jahren wird dieser dem jeweils bedeutendsten Schauspieler deutschsprachiger Bühnen weitervererbt.

Nach weiteren bedeutenden Erfolgen mit „Brot und Tulpen“ (2000) und Goethes „Faust I“ und „Faust II“ (2000) schlüpfte Ganz 2004 in die Rolle des Adolf Hitler. Für diese Darbietung in „Der Untergang“ wurde mit dem Bambi ausgezeichnet. Seine häufig gelobte Darstellung führte zu einer Grundsatzdiskussion darüber, wie Hitler im Film gezeigt werden darf.

Im März 2006 überreichte der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer dem Mimen das Österreichische Ehrenabzeichen für Wissenschaft und Kunst“. Zudem ist Ganz im Besitz zahlreicher anderer Auszeichnungen – darunter der Adolf-Grimme-Preis, der Europäische Filmpreis und der Schweizer Filmpreis.

Von seiner Frau Sabine, die er 1965 heiratete, lebt er getrennt. Mit ihr verbindet ihn der gemeinsame blinde Sohn Daniel. Seit längerer Zeit ist Ganz mit der Fotografin Ruth Walz liiert.


Filmographie

1960: Der Herr mit der schwarzen Melone
1961: Chikita
1962: Es Dach überm Kopf
1967: Der sanfte Lauf
1976: Die Marquise von O. (La Marquise d’O.)
1976: Die Wildente
1976: Im Scheinwerferlicht (Lumière)
1976: Sommergäste
1977: Der amerikanische Freund
1977: Die linkshändige Frau
1978: The Boys from Brazil
1978: Schwarz und weiß wie Tage und Nächte
1978: Messer im Kopf
1979: Nosferatu – Phantom der Nacht
1979: Rückkehr zur Geliebten (La retour à la bien-aimée)
1980: 5 Prozent Risiko (5 % de risque)
1980: Der Erfinder
1980: Die Kameliendame (La dame aux camelias)
1980: Die Verweigerung (La Provinciale)
1981: Etwas wird sichtbar
1981: Oggetti Smarriti
1981: Die Fälschung (Le faussaire)
1982: Gedächtnis – Ein Film für Curt Bois und Bernhard Minetti
1982: Krieg und Frieden
1983: In der weißen Stadt (Dans la ville blanche)
1984: System ohne Schatten
1985: Der Eissalon (De IJssalon)
1986: Der Pendler
1986: Vater und Söhne
1987: Der Himmel über Berlin
1988: Ein fast anonymes Verhältnis (Strapless)
1988: Der Himmel ist fern (Un amore di donna)
1988: Bankomatt
1989: Architektur des Untergangs (Untergangens arkitektur)
1990: Tassilo – Ein Fall für sich
1990: Sazka – Die Wette (Sazka)
1991: Erfolg
1991: La Domenica specialmente
1991: Prag (Prague)
1991: Children of Nature – Eine Reise (Börn natturunna)
1991: Letzte Tage im Chez Nous (The Last Days of Chez Nous)
1992: Brandnacht
1993: In weiter Ferne, so nah!
1993: Asmara
1994: Die Abwesenheit (L’absence)
1994: Heller Tag
1995: Ein Richter in Angst
1995: Tödliches Schweigen
1997: Saint-Ex
1998: Gegen Ende der Nacht
1998: Die Ewigkeit und ein Tag (Mia eoniotita ke mia mera)
2000: WerAngstWolf
2000: Brot und Tulpen (Pane e Tulipani)
2001: Johann Wolfgang von Goethe – Faust
2002: Epsteins Nacht
2002: Bruno Ganz – Behind Me
2003: Luther
2004: Der Manchurian Kandidat (The Manchurian Candidate)
2004: Der Untergang
2006: Fürchtet Euch Nicht! – Das Leben Papst Johannes Pauls II.
2006: Vitus
2006: Ode an die Freude (Baruto no gakuen)
2007: Youth Without Youth

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