Lebenswerk

Ulrich Mühe wurde am 20. Juni 1953 in Grimma, Deutschland, als Sohn eines Kürschnermeisters geboren. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Baufacharbeiter, leistete anschließend seinen Wehrdienst und studierte von 1975 bis 1979 Schauspiel an der Leipziger Theaterhochschule „Hans Otto“. Mühe wurde nach kurzer Zeit am Theater Karl-Marx-Stadt an der Berliner Volksbühne und am Deutschen Theater engagiert. Dank seiner überzeugenden Darstellungen stieg er bald zum Star auf.

Zeitgleich zu seiner Bühnenarbeit baute Mühe sich ab 1983 ein zweites Standbein als Filmschauspieler auf. Besonders häufig wirkte er in Filmen mit, die das nationalsozialistische Deutschland zum Thema hatten. Dazu zählen „Schtonk!“ (1991), eine Satire über die gefälschten Hitlertagebücher, „Goebbels und Geduldig“ (2000) und „Der Stellvertreter“. Zudem trug er in der Rolle des Stasihauptmanns Gerd Wiesler zum großen Erfolg des oscarprämierten Kinofilmes „Das Leben der Anderen“ (2006) bei. Mühe erhielt für seine Leistung den Europäischen Filmpreis sowie die Goldene Henne. „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler“ (2006) ist der letzte Kinofilm, den Mühe bereicherte. Im Fernsehen spielte Mühe für lange Zeit in der Serie „Der letzte Zeuge“ als Gerichtsmediziner mit.

Ulrich Mühe starb am 22. Juli 2007 in Walbeck an Krebs. Mit seiner zuletzt aktuellen Gattin, der Schauspielkollegin Susanne Lothar verbanden ihn zwei Kinder. Zuvor war mit der Schauspielerin Jenny
Gröllmann verheiratet, die ihm ebenfalls ein Kind geschenkt hatte. Aus seiner ersten Ehe mit der Dramaturgin Annegret Hahn waren zwei Kinder hervorgegangen.

Posthum wurde dem Schauspieler die Ehrenbürgerschaft der Stadt Grimma verliehen. Zudem war er im Besitz zahlreicher Preise, darunter der Deutsche Filmpreis, der Deutsche Fernsehpreis, ein Bambi und der Bayrische Filmpreis.


Filmographie

1984: Die Poggenpuhls
1984: Hälfte des Lebens
1986: Das Buschgespenst
1987: Sansibar oder der letzte Grund
1988: Späte Ankunft
1988: Polizeiruf 110, Folge 124: Flüssige Waffe (Fernsehserie)
1989: Das Spinnennetz
1989: Die gläserne Fackel
1989: Hard Days – Hard Nights
1989: Sehnsucht
1990: Der kleine Herr Friedemann
1991: Schtonk!
1991: Ende der Unschuld
1991: Heiße Diamanten aus der Serie Zwei Supertypen in Miami
1992: Das tödliche Auge
1992: Benny's Video
1992: Wehner – die unerzählte Geschichte
1993: Das letzte U-Boot
1995: Nikolaikirche
1995: Tödliches Schweigen
1996: Rennschwein Rudi Rüssel
1996: Das Schloss
1997: Peanuts – die Bank zahlt alles
1997: Sieben Monde
1997: Funny Games
1997: Der Blaue
1997: Todesengel
1998: Straight Shooter
1998: Feuerreiter
1998: Der letzte Zeuge (ZDF) bis zu seinem Tod
1999: Einfach raus
2000: Goebbels und Geduldig
2002: Im Schatten der Macht
2002: Der Stellvertreter
2002: Hunger auf Leben
2003: Alles Samba
2003: Spy Sorge (Japan)
2004: Hamlet X
2005: Schneeland
2005: Das Geheimnis von St. Ambrose
2006: Das Leben der Anderen
2006: Peer Gynt
2007: Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler